Enterprise Grids

Auftraggeber und Projektpartner

  • Fraunhofer-Gesellschaft
  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO (Leitung)
  • Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
  • Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST
  • Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Ergebnisse

Durch die Kombination aus Anwendungs-Know-how, technologischer Expertise im Bereich der Grid Middleware, Beteiligung in nationalen und europäischen Forschungs­projekten, der aktiven Mitarbeit in internationalen Standardisierungsgremien wie dem Global Grid Forum und dem am Fraunhofer IAO vorhandenen Wissen um Arbeitsprozesse, Prozessoptimierungsverfahren und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, bieten Enterprise Grids die optimale Anlaufstelle, um bei Fragen zum Einsatz von Grid Technologien zu beraten und um Unternehmensressourcen optimal zu nutzen.

Vorgehensweise

In der Wirtschaftsorientierten Strategischen Allianz »Enterprise Grids« wird eine Vorgehensweise entwickelt und erprobt, mit der Unternehmen in die Lage versetzt werden, entsprechend ihrer Möglichkeiten und Bedürfnisse, Computing Grids aufzubauen und zu betreiben. Diese Vorgehensweise umfasst:

einen Grid-Check, mit dem in den Unternehmen überprüft werden kann, wie gridfähig sie sind und an welcher Stelle Grid-Technologien eingesetzt werden können, um Ergebnisse zu steigern. Dazu gehört, die vorhandene Infrastruktur und Applikationen aufzunehmen und zu bewerten sowie Kosten-/Nutzenanalysen durchzuführen und ein Vorgehensmodell für die Einführung und den Betrieb eines Grids Best Practice Fälle zu sammeln, um zu demonstrieren, welche Potenziale mit Grid-Technologien erschlossen werden können.

Zusammen mit der praktischen Kenntnis der Basistechnologien und der Marktübersicht über gängige kommerzielle Produkte im Grid-Bereich sowie thematisch verwandten Gebieten wie beispielsweise »Service Oriented Architectures« (SOA) oder »Peer-to-Peer Computing« (P2P) bietet Enterprise Grids den Unternehmen die Möglichkeit, Grid Computing für sich zu prüfen.

Die Vorgehensweise, um Grid Computing einzusetzen, wird ergänzt durch die Entwicklung von Grid Middleware und branchenspezifischer Grid-Lösungen.

Damit die verteilten Ressourcen einfach und transparent genutzt werden, haben die Fraunhofer-Institute Middleware-Komponenten erstellt. Dazu gehört ein Portal, das den einfachen Zugang zu den Grid Ressourcen ermöglicht. Hinzu kommen Workflowkomponenten, Ressourcenmanagement und fachspezifische Grid-Anwendungen.

Existierende Anwendungen wie die computergestützte Entwicklung von Arzneimitteln, die Simulation neuer Prototypen im Automobil- und Anlagenbau, die Anbindung weltweiter – auch mobiler – Datenquellen im Medienbereich oder die Ausführungen finanzmathematischer Kalkulationen im Banken- und Versicherungsgewerbe stellen nur eine kleine Auswahl an Beispielen dar, für die der Einsatz von Grid-Technologien wesentliche Möglichkeiten bietet, um Ausführungs- und Transaktionszeiten zu reduzieren und vorhandene Ressourcen besser auszulasten. Auf diese Weise können Infrastrukturkosten gesenkt und Arbeitsprozesse beschleunigt werden. Durch einen hohen Virtualisierungsgrad lässt sich darüber hinaus der Einarbeitungsaufwand von Mitarbeitern minimieren, was auch auf der Anwenderseite Zeit und somit Kosten spart.

Die in der Wirtschaftsorientierten Strategischen Allianz »Enterprise Grids« entwickelten Lösungen werden in dem Fraunhofer Resource Grid demonstriert. Das Fraunhofer Resource Grid zeigt, wie umfangreiche, global verteilte Hard- und Software Ressourcen einfach, gemeinsam und von überall her genutzt werden können.

Zielsetzung

Um Unternehmen den Aufbau und Einsatz von Grids zu erleichtern, bündeln die vier Fraunhofer-Institute IAO, ITWM, FIRST und SCAI ihre Kompetenzen in der Wirtschaftsorientieren Strategischen Allianz »Enterprise Grids« und demonstrieren anhand branchenspezifischer Grid-Lösungen die Einsatzmöglichkeiten.

Es findet dabei eine Konzentration auf eine Reihe von Branchen wie Pharma, Automobil, Maschinenbau, Medien und Finanzen statt, die aufgrund der verteilten Unternehmensstrukturen,des hohen Ressourcenbedarfs und der Optimierungspotenziale in der standort übergreifenden Zusammenarbeit einen besonderen Nutzen aus dem Einsatz von Grid-Technologien ziehen können. Die Nutzung von Grid-Technologien trägt dazu bei, die Produktivität zu erhöhen und die Arbeitsabläufe zu verbessern. Darüber hinaus eröffnen sie die Möglichkeit, aufgrund von mehr Rechenleistungen, den einfachen Zugriff auf verteilte Daten und neuen Anwendungen, bisher nicht lösbare Aufgabenstellungen bearbeiten zu können.

Ausgangssituation

Durch die zunehmende Vernetzung der Unternehmen und dem stark wachsenden Electronic Business Bereich wächst die Bedeutung der standortübergreifenden Nutzung aller Arten von elektronischen Ressourcen im Unternehmensumfeld.

Die Möglichkeit, ungenutzte Rechenleistung und vorhandene Anwendungen allen Nutzern im ganzen Unternehmen über Standortgrenzen hinweg zugänglich zu machen, ist einer der vielen Vorteile, die sich durch Grid-Technologien realisieren lassen.

Das Ziel des Grid Computings ist es, die IT-Infrastruktur so weit zu virtualisieren, dass der Nutzer, ohne jegliche Kenntnis des zugrunde liegenden Systems, Dienste, die er heute mit Hilfe von lokal installierter Software erhält, wie Strom aus der Steckdose beziehen kann.

Dieses Paradigma, neben Versorgungs gütern (engl. »utility«) wie Wasser, Strom und Telefon noch ein weiteres Gut hinzuzufügen – nämlich elektronische Dienste, die auf Rechenleistung und Speicherkapazitäten beruhen – nennt man »Grid Computing« bzw. »Utility Computing«.