DIGIPD

Validierung digitaler Biomarker für eine bessere personalisierte Behandlung der Parkinson-Krankheit

Das mit rund 1.6 Millionen Euro geförderte und vom Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI koordinierte europäische Projekt DIGIPD untersucht, inwiefern mit Hilfe digitaler Techniken (Sensorik, Spracherkennung, Erkennung der Gesichtsmimik) eine präzisere und individualisierte Diagnose und Prognose der Parkinson-Erkrankung möglich ist.

Von der Parkinson-Krankheit sind weltweit 7 bis 10 Millionen Patienten betroffen, wobei die Verbreitung in der westlichen Gesellschaft stark zunimmt. Die Patienten leiden unter einer Vielzahl von Symptomen (z.B. Zittern, Gang- und Sprachstörungen, Abnahme der kognitiven Fähigkeiten), die individuell unterschiedlich sind und variieren können. Die Ursache der Erkrankung ist weitgehend unbekannt. Vorhandene Medikamente können das Fortschreiten der Krankheit zwar verlangsamen, aber nicht aufhalten. Dies stellt die Behandlung von Parkinson-Erkrankten und die Entwicklung neuer Medikamente vor große Herausforderungen.

Das Projekt DIGIPD evaluiert, wie moderne digitale Technologien zur Ermittlung der Beeinträchtigung von Gang-, Stimm- und Gesichtsbewegungen im Hinblick auf eine genauere Diagnose der Symptome (auch außerhalb von Kliniken) und zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs beitragen können. DIGIPD soll so dazu beitragen, den Wert digitaler Methoden in Relation zu etablierten klinischen Fragebögen und zu molekularen Biomarkern zu klären. Die Ergebnisse von DIGIPD könnten von Ärzten zur Anpassung der Behandlung genutzt werden. Darüber hinaus können Pharmaunternehmen Patienten, deren Parkinson-Erkrankung einen ähnlichen Verlauf nimmt, zu Gruppen zusammenfassen und so die Chancen erhöhen, dass klinische Studien zur Entwicklung neuer und besserer Medikamente beitragen.

Da für die Arbeiten in DIGIPD Methoden der künstlichen Intelligenz unter Verwendung persönlicher Daten zum Einsatz kommen, wird das Projekt auch eine Analyse der rechtlichen Situation beinhalten. Patientinnen und Patienten werden über strukturierte Interviews mit einbezogen.

DIGIPD hat eine Laufzeit von drei Jahren und startet voraussichtlich im April 2021. Das Projekt wird im Rahmen des europäischen ERA-Netzes zur personalisierten Medizin, ERA PerMed, im »Joint Transnational Call 2020« gefördert. Die Förderung des deutschen Anteils am Projekt erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Projektkoordinator

Prof. Dr. Holger Fröhlich, Fraunhofer SCAI
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Projektpartner und Principal Investigators

  • Prof. Dr. Jean-Christophe Corvol, Clinical Research Center for Neurosciences at the Institut du Cerveau et de la moelle epiniere (ICM - Brain and spine institute)
  • Prof. Dr. Enrico Glaab, University of Luxembourg
  • Prof. Dr. Jochen Klucken, University Hospital Erlangen
  • Prof. Dr. Dijana Petrovska, Télécom SudParis
  • Prof. Dr. Cécile de Terwange, University of Namur