ACCESS-AD – Weiterentwicklung der klinischen Versorgung und der Versorgungsgerechtigkeit durch skalierbare Lösungen für Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit
Für die alternde Bevölkerung Europas ist die Alzheimer-Krankheit (AD) eine zunehmende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Krankheitsmodifizierende Therapien (Disease Modifying Therapies, DMTs) bieten neues therapeutisches Potenzial. Gleichzeitig gefährden fragmentierte Versorgungspfade, ungleicher Zugang zur Diagnostik und strukturelle Probleme der Gesundheitssysteme ihre Wirksamkeit und Skalierbarkeit.
ACCESS-AD ist eine gemeinsame Initiative im Sinne einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Das Projekt bringt staatliche Einrichtungen und Organisationen des privaten Sektors zusammen. Gemeinsam arbeiten sie daran, neue Diagnose- und Monitoringansätze in der Praxis nutzbar zu machen. Dazu zählen blutbasierte und bildgebende Biomarker. Hinzu kommen digitale und KI-gestützte Instrumente. Ziel ist eine koordinierte, gerechte und skalierbare Versorgung in der klinischen Praxis in ganz Europa.
Ziel des Projekts ist es, sicherzustellen, dass jede Person, die mit AD lebt, unabhängig von Wohnort oder Einkommenssituation Zugang zu zeitnaher, personalisierter und kosteneffizienter Versorgung erhält.
ACCESS-AD baut auf lokalen, nationalen und EU-weiten Aktivitäten auf, um einen integrierten paneuropäischen Rahmen für eine optimierte AD-Versorgung zu schaffen. ACCESS-AD verfolgt dabei folgende Ziele:
- Etablierung einer robusten Koordination und Governance, um eine effiziente Umsetzung sowie die Abstimmung zwischen den Stakeholdern sicherzustellen.
- Vernetzung und Ausbau fragmentierter klinischer und Forschungsdaten über eine gemeinsame Plattform; dadurch werden Register und Initiativen in ganz Europa miteinander verknüpft.
- Abbau von Hürden beim Zugang zur Diagnostik durch Verbesserung und Standardisierung bildgebender, blutbasierter und digitaler Biomarker für die klinische Anwendung.
- Entwicklung KI-gestützter Tools zur Unterstützung personalisierter Therapieentscheidungen.
- Generierung harmonisierter Real-World-Evidence zu DMTs und neu entstehenden Therapien.
- Bewertung gesundheitsökonomischer, regulatorischer und patientenberichteter Auswirkungen.
- Einbindung von Patientinnen und Patienten, Gesundheitsfachkräften sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern, um Implementierung und Nachhaltigkeit sicherzustellen.
ACCESS-AD ist auf Call 9.2 der Innovative Health Initiative (IHI) ausgerichtet. Das Projekt bringt unterschiedliche Akteure aus dem Gesundheitswesen zusammen. Es bezieht die Bedürfnisse und Perspektiven von Menschen ein, die von Demenz betroffen sind. So entsteht eine inklusive und vernetzte Versorgung. Sie ist personalisiert und konsequent auf Menschen mit AD ausgerichtet. Das Projekt überführt Innovationen in die Versorgungspraxis, um Ungleichheiten zu reduzieren. Es liefert belastbare Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen und verbessert dadurch die Behandlungsergebnisse von Menschen mit AD in ganz Europa.
Fraunhofer SCAI wird gemeinsam mit Siemens Healthineers die Aktivitäten zur KI-Modellierung in diesem Projekt leiten, zur Harmonisierung und Standardisierung der Daten sowie zur Umsetzung eines gemeinsamen Datenmodells beitragen.
ACCESS-AD wird vom Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101253010 unterstützt. Die IHI ist eine Partnerschaft für Gesundheitsforschung und Innovation zwischen der EU und Europas Life-Science-Industrien.
Fraunhofer SCAI erhält zusätzliche Mittel für Unteraufträge von Gates Ventures.
Laufzeit: 01/2026 bis 12/2030