Eastern Lights
Die Herstellung einer Tonne Zement verursacht bis zu 400 Kilogramm prozessbedingter Kohlendioxidemissionen. Technologien wie CCUS (Carbon Capture, Utilisation, and Storage), die das in der Produktion entstehende CO2 abscheiden und speichern, sind ein wichtiger Bestandteil von Strategien zur Dekarbonisierung der Zementindustrie. Das EU-Projekt »Eastern Lights« bringt die Entwicklung eines groß angelegten CCUS-Clusters in Bulgarien voran, um Lösungen zur CO2-Speicherung in der Zementindustrie umzusetzen.
Das Projekt Eastern Lights setzt die erste Phase des Baus eines CCUS-Clusters in Nordbulgarien um. Im Zentrum des Projekts steht der Bau einer kurzen Pipeline zur kommerziellen CO2-Speicherung aus der Zementindustrie. Dabei soll das CO2 in salzhaltigen Grundwasserschichten, sogenannten salinen Aquiferen, gespeichert werden. Dieser Schritt bildet die Grundlage für eine sichere und effiziente CO2-Transportinfrastruktur, die langfristig als Modell für die großflächige CO2-Speicherung und -Nutzung in der Region dienen soll. Das Projekt konzentriert sich darauf, die technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Aspekte des Aufbaus eines CCUS-Clusters durch eine Kombination aus industriellen Demonstrationen, umfassenden Studien und enger Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern zu validieren.
Die von Fraunhofer SCAI entwickelte Software MYNTS kommt zur Planung und Optimierung von CO2-Pipelines zum Einsatz. Die Software, die für die Echtzeitsimulation von Pipelines mit flüssigem und gasförmigem CO2 geeignet ist, ist auf die Optimierung und Planung von Energienetzen spezialisiert. MYNTS ermöglicht eine effiziente Modellierung von CO2-Transport und -Speicherung durch den Einsatz sowohl stationärer als auch instationärer Netzwerksimulationen. Diese Funktionen ermöglichen es im Projekt, verschiedene Szenarien zu testen und die Transport- und Speicherinfrastruktur optimal zu planen. Durch den Einsatz von MYNTS werden so die Transportkosten für flüssiges CO2 minimiert und Speichersysteme optimal modelliert.
Die Europäische Kommission fördert das Projekt für vier Jahre im Rahmen des Horizon-Europe-Programms.
Laufzeit: September 2024 bis August 2028